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Kategorie: Tourenberichte
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Eselsweg 2014

Er zählt zu den Altstraßen, die über 20 Jahrhunderte lang große Bedeutung hatten. Keltische Krieger und römische Kaufleute, kaiserliche Kuriere, Bischöfe, Grafen und Ritter waren auf ihm in grauer Vorzeit ebenso unterwegs wie arme Bauern und ehrbare Glasmacher. Berühmt gemacht haben ihn jedoch die Orber Salzkarawanen, die mit ihren, mit schweren Salzsäcken beladenen Eseln hier einst entlang zogen und diesem Weg seinen noch heute geläufigen Namen gaben.


Der Spessartbund hat diesen historischen Weg vermessen und mit einem schwarzen E auf weißem Grund neu markiert. Durch diverse Begradigungen ergab sich eine Gesamtlänge von 111 Kilometern. Fast ausschließlich durch dichten Laubwald, ohne Täler und kaum Ortschaften zu berühren, zieht dieser Weg stets in einer Höhe von 400 bis 500 Metern von Schlüchtern im Nordwesten quer durch den Spessart bis nach Großheubach am Main im Südwesten.


Unsere geplante Tour führt uns an folgende Streckenabschnitte mit einer Gesamtlänge von ca. 45km


Bodensee-TOUR (Mit dem Renner von Laufach nach Überlingen)

Eine abwechslungsreiche Asphalt-Tour vom 01.06. bis 02.06.11 mit dem Renner für den perfekten Bike-Spaß. Quer durch den Süden Deutschlands auf wenig befahrenen Straßen und den herrlichen Ausblick auf tolle Regionen um zum Höhepunkt das Panorama des Bodensee zu genießen. Und weil Essen und Biken vieles gemeinsam haben, kurbeln wir die Strecke von Gang zu Gang und hangeln uns von Spezialität zu Spezialität.

-Die gefahrenen GPS-Daten der Bodensee-Tour (GPSies)


Tourbericht

Unser Frank plante für Juni 2011, genauer gesagt über Christi Himmelfahrt (Vatertag) eine Tour von Laufach nach Überlingen an den Bodensee. Für die Tour konnten sich schnell hart gesottene Teilnehmer finden, so dass die Tour innerhalb kurzer Zeit ausgebucht war. Unsere Teilnehmer im Einzelnen: Frank unser Führer und Tourplaner, Manni welcher aufgrund eines Unfalles kurz vor Beginn der Tour ausfiel, Christian unser Gewinner der Sprintwertung und Rechtsbeistand, Jürgen unsere gute Seele, Vorstand und Verpflegungsdame :), Verena die Beißerin und Zimmerbucherin, Klaus unser Racer und Windschattenfahrer (hehe) Matthias der König der Schläuche, Bernd der Gipfelstürmer und meine Wenigkeit.


Tag 1:
Christi Himmerlfahrt (02.06.2011). Wir trafen uns an der Weyberhöfe um uns personell und moralisch zu sammeln. Gegen 08.00 Uhr ging es gemütlich in Richtung Aschaffenburg, Niedernberg, immer Mainabwärts den Radweg entlang, los. Bis Miltenberg konnten wir mit einem Schnitt von knapp 30km/h glänzen. Kurz nach Amorbach der erste kleine Anstieg auf knapp 400m, dieses kleine Ding stellt aber zumindest zu dieser Zeit kein besonderes Problem dar.

  

Der weitere Streckenverlauf bis Neckarsulm ist eben und wir kommen schnell voran. Bis Neckarsulm... Irgendwie kommen wir aus diesem Nest nicht mehr raus. Hier ne Schnellstraße, dort die Autobahn... kein normaler Weg führt weiter. Vreni schimpft wie ein Rohrspatz, weil sie keinesfalls auf ne Schnellstraße will… aber wir suchen doch schon den Radweg. Klaus ist glücklich, weil er erstmalig nicht alles alleine abbekommt. ;) Der richtige Weg wird gefunden und es geht weiter, obwohl vermutlich niemand mehr von uns weiß, wie wir da wieder raus gekommen sind. Kurz nach Neckarsulm fragt Frank einen älteren Herrn, welcher mit einem mords Tempo auf seinem Mountainbike unterwegs ist und deshalb unsere Aufmerksamkeit auf sich zog, nach dem Weg. "Opa" ist von da an unser Tourguide bis nach Stuttgart. Die Tour führte uns Flußabwärts den Neckar entlang. Hierfür nochmals ein Dank an unseren 78jährigen Opa, welcher uns seinen Namen nicht verriet. Er meinte beim Abschied; hier in Stuttgart kennen mich alle unter dem Namen "Opa". 

In Stuttgart, nachdem wir uns bedankt und verabschiedet haben, kommen wir mal wieder nicht weiter. Umleitung nach Umleitung. Nachdem wir den Weg endlich gefunden haben, hat Vreni einen platten... das sollte insgesamt nicht der letzte bleiben. Glücklicherweise haben wir genügend Schläuche dabei. Nachdem der Schlauch gewechselt war ging es weiter in Richtung Ostfildern; ein kleiner Ort welcher etwas südlich von Stuttgart liegt. Dort finden wir schnell unsere Übernachtungsstätte, obwohl uns Frank die Ortschaft davor kurz stehen ließ. Naja, vielleicht ist unser Führer nicht alleine schuld. Also an der Pension angekommen, in der Kaiserstraße, "Graf ..." wurden wir kurz geschockt, weil wir feststellen mussten das im Inneren alle Stühle hochgestellt waren. Haben die uns vergessen ? Aber nein, ein Zettel an der Türklingel, im Hinterhof, wies uns den Weg zur Besitzerin und unseren sauberen und schönen Zimmern. So, Feierabend für heute nach knapp 210 km.7

Jetzt galt es ein geeignetes Restaurant zu finden um unseren Hunger zu stillen. Nach abstreifen der verschwitzten Klamotten und der anschließend erfrischenden Dusche ging es in ein tolles, exklusives Restaurant in der Nähe welches sicher der Sterne-Kategorie zugerechnet werden kann. Zum Espresso bekamen Christian und Vreni eine Schüssel Konfekt gereicht. Total geil.. so etwas habe ich noch nie erlebt. Die von mir stibitzte und eingesteckte Eierlikör-Kugel klebt noch immer in der Hosentasche.

Nach dem tollen Abendmahl ging es ab ins Bett, wir verabredeten uns für 7 Uhr zum Frühstück. Leider hatte ich keinen Wecker dabei, also stellte ich den Wecker auf meinen 15 Euro-Handy. Dieses weckte mich wie gewünscht um 6.30Uhr, ich stand also auf und machte mich fertig. Ich wunderte mich das es draußen so dunkel war, aber was soll man großartig nachdenken. So machte ich mich fertig und schimpfte bereits wie ein Rohrspatz, auf dem Handy war es bereits 7.00 Uhr, weil ich davon ausging, dass die anderen mich nicht geweckt haben. Gott sei Dank habe ich mein Billig-Handy dabei. Auf die Jungs ist einfach kein Verlass. Ich klopfte kurz bei Christian und Bernd aber die Tür war abgeschlossen, also waren die schon zum Frühstück. Naja, dann klopf ich eben noch kurz bei Frank und Jürgen. Die lagen doch tatsächlich noch im Bett... "Hey, wollt ihr nicht langsam mal aufstehen". Frank schaut erschrocken, die Wortwahl erspare ich mir hier; Jürgen schaut total übermüdet auf sein Handy grinst und meint etwas verärgert: "Wir haben 4.15Uhr, ich glaube wir haben noch ein wenig Zeit". Upps... ich trotte in mein Zimmer zurück und lege mich eben nochmals hin. Das Frühstück kurze Zeit später war lecker und insbesondere war reichlich vorhanden.

Tag 2:
Gegen 08.00 Uhr sollte es weiter gehen. Alle standen wir bereit, aber wo war Matthias ? War er beim Frühstück nicht auch schon der Letzte? Vreni meinte, dass das nichts Neues wäre. Schminkt sich Matthias etwa heimlich? Aber irgendwann kam auch Matthias und die Tour, Tag 2, konnte beginnen. Aua… der Pobbes. Aber nach einer kurzen Eingewöhnung gings wieder.
Die Tour führte uns gen Süden, nach Nürtingen wo bereits der erste Anstieg aufwartete. Bereits der erste Anstieg tat an diesen morgen weh. Und kurz danach schreit jemand hinter uns „Ich hab nen platten“. Es war Matthias. Nachdem der Schlauch getauscht war, gefühlte 5 Minuten später der nächste Schrei „Ich hab nen platten“. Und wer wars ? Na klar, Matthias. Das kann ja heiter werden.

  bodensee13

Zum Glück haben wir unseren Jürgen mit seinem T5 dabei, welcher ab und an in den Ortschaften für uns bereit steht. Zwischendurch geht unser Bester bei Aldi Getränke und Bananen einkaufen, dann macht er mal nen Schnappschuß, überholt uns wieder. Hier muss ich anfügen, mir fiel hierbei mehrfach auf, … der Sack;) grinste so schelmisch, ob das was zu bedeuten hat? Ich hatte ihm zuvor noch gesagt, dass mir der Po tierisch weh tut. Es geht weiter voran, die Strecke führt durch Metzingen, Eningen und Pfullingen. In Pfullingen fragt Frank bei der Polizei, welche im Gegensatz zu uns an der roten LZA (Ampel) wartet, nach dem Weg. Und dennoch fahren wir eine Schleife um aber letztlich doch auf den richtigen Weg zu landen. Kurz nach Pfullingen geht es steil bergauf bis auf die Anhöhe Lichtenstein. Die Straße schlängelt sich in endlosen Kurven den Berg hinauf, die Beine fangen an zu brennen, die Pumpe geht immer schneller. Frank, Klaus und Christian waren einige Meter vor mir aber ich muss die Jungs leider abreißen lassen. Ich bleibe kurz stehen, Matthias kurz hinter mir tut es mir gleich. Nachdem ich mir einen Eiweiß-Riegel reingeschoben habe geht es weiter und siehe da, bis zur Anhöhe waren es ja nur noch 20 oder 30 Meter. Die hätte ich aber auch so noch schaffen können. Oben steht uns Jürgen mit Verpflegung zur Verfügung.

Nach einer kurzen Pause und Befüllung unserer Wasservorräte geht es wieder weiter. Zuerst mal zur Abwechslung bergab, bis fast nach Sigmaringen. Ach, habe ich erwähnt, dass unser Matthias zwischendurch mal wieder eine Zwangspause eingelegt hat. Ja, ja, hat er. Er hat diesmal aber nicht nur den Schlauch, sondern auch den Mantel gewechselt und siehe da, er hielt bis zum Schluss. Bei der Pause fuhren Christian, Vreni und ich weiter, die anderen machten Pause um dann umso schneller fahren zu müssen. Bei der Aufholjagd hat sich unser Bernd ein wenig sauer gefahren… Nachdem die Jungs uns wieder eingeholt hatten, dass war kurz vor Sigmaringen, schnaufte Bernd wie ein Ochs und war von da an nur noch am Nörgeln. Mir tun die Füsse weh… mir tun die Füsse weh... In Simaringen machten wir völlig kaputt eine kleine Stärkungspause auf einem naja modernen Kunstgebilde, unterhalb des schönen Stadtschlosses

Die restliche Fahrt zog sich ohne besondere Zwischenfälle hin bis wir Überlingen erreichten. An der Promenade des kleinen Städchens ließen wir uns nieder und tranken das ein oder andere Weißbier…. Ziel erreicht. Wir waren nur noch glücklich. Nachdem wir wieder einigermassen klar waren machten wir unsere Schnappschüsse für unser Album, zogen uns um, verstauten die Räder im Hänger vom Manni und Christian, Bernd und ich ließen uns vom Jürgen Heim fahren. Hierfür noch ein dickes „Danke“ an unseren Vorstand. Die anderen blieben noch ein wenig in Überlingen uns verbrachten dort hoffentlich ein schönes und erholsames Wochenende. Die Tour als auch die Gruppe bereitete mir sehr viel Spaß, das nächste Event kann kommen.


Ich freue mich auf ein wiedersehen.
Euer Kristen

Daten zur Tour

Die Gesamtdistanz an den Bodensee betrug ca. 352 km bei 3.129 Hm
Die entsprechende Tagesdistanz lag bei

- Tag 1: 210 km mit Übernachtung in Ostfildern
- Tag 2: 142 km bis nach Überlingen